Interview.

"Das German Centre ist ein verlässlicher Partner in schwierigen und aussergewöhnlichen Zeiten."

Jochen Tenhagen ist seit Mai 2020 Geschäftsführer des German Centre Beijing. Ein Interview mit Gabriele Greiner, Global Head German Centres.

Vor deinem Start im German Centre Beijing hast du mehrere Jahre für einen deutschen Mittelständler aus der Automobilbranche in China gearbeitet. Du hast also ein gutes Verständnis, welche Anforderungen deutsche Unternehmen haben und auf welche Herausforderungen sie in China treffen. Was ist deine Motivation, jetzt die Geschäftsführung im German Centre zu übernehmen?

Ja, ich habe für einen deutschen Mittelständler aus der Automobilbranche das China-Geschäft gegründet und geführt. Jetzt treffe ich im German Centre Beijing auf rund 140 Mieterunternehmen aus verschiedensten Branchen und unterschiedlichsten Erfahrungen. Viele Mieter sind kleine und mittlere Unternehmen, KMUs also. Die haben oft eingeschränkte Budgets und Personalressourcen, treffen auf eine fremde Sprache und Geschäftskultur und müssen sich viel um Formalitäten und Papierkram kümmern. Zusätzlich sind sie oft noch wenig vernetzt. In meiner Rolle als Geschäftsführer kann ich sie mit Unternehmen und „alten Hasen“ verlinken, Plattformen schaffen, um Erfahrungen und Best Practice-Tipps auszutauschen und dabei unterstützen, erfolgreich durch den schnelllebigen chinesischen Markt zu navigieren. Ausserdem freue ich mich, wieder zurück in Chinas Hauptstadt zu kommen nach mehreren Jahren in Tianjin!

Während der Rest der Welt noch mit der Covid-19-Pandemie kämpft, sehen wir, dass China sich langsam erholt. Wie kann das German Centre in dieser Situation unterstützen?

Zunächst einmal ist mir wichtig, dass das German Centre nicht nur ein Partner für die guten Zeiten ist. Gerade auch in schwierigen und aussergewöhnlichen Zeiten sind wir verlässlich für unsere Kunden da. Wir machen alles, dass unser German Centre stabil läuft und es unseren Mietern und ihren Mitarbeitern gut geht. Wir haben zum Beispiel Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, unsere Mieter mit Herstellen von Masken verknüpft, wir informieren über die lokalen Gebäu­de- und Arbeitsregularien und sind jederzeit für die Anliegen unserer Mieter da. Wir versuchen zudem, die negativen wirtschaftlichen Folgen ganz individuell für unsere Mieter abzuschwächen, beispielsweise durch die Verlängerung von Zahlungszielen, wenn die Liquidität knapp ist. Rund um den Globus sind die Zeiten herausfordernd für jeden Einzelnen, die Gesellschaften und die Wirtschaft. Wenn wir zusammenarbeiten, meistern wir diese enorme Herausforderung!

Welche Pläne hast du für das German Centre Beijing?

Ich möchte die Position des German Centres als „Home away from Home“ weiter stärken, Menschen und Unternehmen zusammenbringen, mit Offenheit, Toleranz und Integrität. Unser Ziel ist, exzellente Räumlichkeiten, eine gute Infrastruktur, verlässliche Services und praktische Beratung zu liefern. Wir werden unser Leistungsangebot permanent verbessern und dabei den Ent­wicklun­gen Chinas und den Anforderungen unserer Mieter folgen. Ich würde mich freuen, noch viel mehr deutsche Unternehmen bei uns zu begrüssen, die von unserem einzigartigen Ökosystem profitieren können und erfolgreich in einem herausfordernden, aber attraktiven chinesischen Markt sind.

Vielen Dank – und viel Erfolg!